Langenfeld 05.10.2019

180301 SymbolRadeln mit Elektro-Unterstützung liegt im Trend. Die Kehrseite: Auch die Zahl der Unfälle mit Pedelecs und Co. wächst. Die Kreisverkehrswacht Mettmann steuert mit Kursen gegen - so wie am 05.10.2019 in Langenfeld.

Einfach aufsteigen und losfahren: Wer sich den Umstieg vom klassischen Fahrrad auf ein Zweirad mit elektrischer Unterstützung so einfach vorstellt, könnte eine unangenehme Überraschung erleben.

Gewicht,Beschleunigung und der Schwerpunkt um den Motor und Akku erfordern eine andere Handhabung. Die Kreisverkehrswacht Mettmann bietet seit vorigem Jahr regelmäßig Sicherheitstrainings für Pedelec- und E-Bike-Fahrer an - in der Regel auf dem Gelände der Kreisverwaltung in Mettmann. "Wir wollten das zunächst in allen Kreisstädten anbieten, hatten aber keine entsprechende Resonanz", berichtet Michael Gertler, dere die Trainingseinheiten gemeinsam mit Moderatoren-Kollege Ralf Hühne leitet.

Am 05.10.2019 war er auf Initiatove von Polizeihauptkommissarin Katja Lindemann auf dem Schulhof der Langenfelder Prisma-Gesamtschule an der Fröbelstraße zu Gast, um ein Dutzend angemeldete E-Biker für den Straßenverkehr fit zu machen. "Manche unserer Teilnehmer haben gerade einmal zwei Stunden Fahrpraxis, andere sind schon sehr erfahren" betont Gertler.

Viele Teilnehmer haben die Begriffe Pedelec, S-Pedelec oder E-Bike schon gehört, ohne die Unterschiede zu kennen:

Pedelec:     Unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor beim Treten bis zu 25 Km/h                                               Rechtlich dem Fahrrad gleichgestellt.

S-Pedelec:  Gehört zu den Kleinkrafträdern - mit Motorunterstützung bis zu 45 Km/h

E-Bike:        Lässt sich auch ohne Treten mit Hilfe des Elektromotors fahren und ist mit                                                      einem Mofa vergleichbar.

20191005 113101 kDie Schulung erfolgt dem Trend hin zum E-Bike oder Pedelec. Deutschlandweit melden die Hersteller für 2018 einen Zuwachs bei den Verkaufszahlen von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Leider ist aber auch die Zahl der Unfälle gestiegen. 389 Rad- und 77 Pedelecfahrer verunglückten im Kreis Mettmann laut Verkehrsstatistik im Jahr 2018 - 22,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 83 Fahrer wurden dabei schwer verletzt. "Fahlsches Handling und zu schnelles Fahren" sind laut Verkehrswacht wesentliche Ursachen. "Unfälle passieren zum Beispiel, wenn Autos die Geschwindigkeit der Pedelecs unterschätzen oder weil sich deren Fahrer überschätzen", erklärt Gertler. Verhängnisvollerweise trügen viele Pedelecfahrer überdies keinen Helm.

Einen solchen müssen die Teilnehmer beim Training der Verkehrswacht auf jeden Fall dabei haben. Sie über sich im sicheren Aufsteigen, Anfahren, Abbiegen, Slalomfahren und Bremsen. "Sie müssen ein Gefühl für das Pedelec bekommen", erklärt Gertler. Zuvor steht jedoch immer erst einmal die Theorie auf dem Programm. Denn zunächst einmal gelte es, die Unterschiede zwischen den Elektrofahrrädern und ihre Antriebsarten zu kennen. Schließlich würden Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes im Volksmund oft ein einen Topf geworfen. Die Ausführungen über Verkehrsregeln oder den toten Winkel ergänzen die Moderatoren der Verkehrswacht durch einen kleinen Film.

Sieben bis acht Trainingsveranstaltungen habe es im vergangenen Jahr gegeben, erklärt Gertler.

In Langenfeld waren zwölf Teilnehmer angemeldet. Das ist annähernd das Maximum für den Kurs, der erst einmal in die Winterpause geht - und ab dem kommenden Frühjahr weiteren Elektro-Radlern das Rüstzeug für eine sichere Fahrt mitgegen soll.

Nachfolgend einige Bilder von der Veranstaltung in Langenfeld, zur Vergrößerung darauf klicken.