Jeder von uns erlebt solche Situationen: Ohne erkennbaren Grund fährt der Vordermann langsam, hält die Spur nicht oder bremst zu spät. Autofahrer, die während der Fahrt eine Zwischenmahlzeit halten, mit dem Mobiltelefon in der Hand telefonieren oder ihr Navigationsgerät programmieren, riskieren einiges.

 

 

Im Blindflug unterwegs

Diese Aktivitäten hinterm Steuer sind deshalb problematisch, weil die Aufmerksamkeit für mehrere Sekunden nicht auf das Verkehrsgeschehen gerichtet ist. Bei Tempo 50 legt man innerhalb von nur zwei Sekunden über 20 m zurück, eine Distanz, bei der bereits eine kurze Unaufmerksamkeit schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Aufgrund des längeren Reaktionsweges droht die Gefahr, dass Sie in kritischen Situationen nicht mehr rechtzeitig zum Stehen kommen.

 

Alles unter Kontrolle? - beide Hände am Lenkrad

Häufig ist auch die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Man wühlt gerade in der Tasche auf dem Beifahrersitz, balanciert den heißen Kaffee in der rechten Hand oder hat - was seit Februar 2001 verboten ist - das Handy am Ohr. Wer schnell kontrolliert ausweichen muss, hat schlechte Karten. Deshalb gehören beide Hände ans Lenkrad, immer!!!

 

Telefonieren nur mit Freisprecheinrichtung

Seit 2001 darf der Fahrer ein Mobil- oder Autotelefon während der Fahrt nur benutzen, wenn er dazu das Telefon oder den Hörer nicht aufnehmen oder halten muss. Hier hilft nur eine Freisprecheinrichtung mit Kurzwahlnummern bzw. Sprachsteuerung. Neben dem eigentlichen Telefongespräch sind von der Neuregelung auch das Anwählen und Abheben, das Versenden von Kurznachrichten oder das Abrufen von Daten im Internet betroffen. Einfache Freisprecheinrichtungen (Handyhalter, Knopf im Ohr, Mikrofon am Revers) gibt es bereits ab ca. 20 €.

Im Stau oder bei längerem Halt darf man bei abgestelltem Motor weiterhin auch ohne Freisprechanlage telefonieren. Wird die Fahrt jedoch nur für kurze Zeit unterbrochen während der Motor weiter läuft, wie z.B. an einer roten Ampel oder bei Stop-and-go-Verkehr, ist Telefonieren nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt. Verstöße dagegen werden geahndet!

Telefoniert man ohne Freisprecheinrichtung am Steuer und kommt es zu einem Verkehrsunfall, kann die Haftpflichtversicherung den Telefonierer an den Reparaturkosten des Unfallgegners beteiligen. Die Kaskoversicherung darf die Bezahlung des Schadens am eigenen Fahrzeug unter Umständen sogar komplett verweigern.

 

So fährt`s sich besser

  • Telefonate möglichst nur aus einem parkenden Fahrzeug führen
  • Nutzen Sie die Mailbox ihres Mobiltelefons. So sind Sie erreichbar und können später zurückrufen
  • Während der Fahrt nur mit Freisprecheinrichtung telefonieren
  • Besser ist es, Essen, Trinken und Rauchen auf die Pausen zu verschieben